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Deep Listening Session No. 003: "Superunknown" von Soundgarden

Bereits zum dritten Mal läuft in The Soft Spot der Plattenteller rund. Dieses Mal widmen wir uns einem Album, das wie kaum ein anderes für die Tiefe und Vielschichtigkeit der 90er steht: Superunknown (1994).


Superunknown: „A perfect headphones album.“
Superunknown: „A perfect headphones album.“

Wann hast du zuletzt ein Album wirklich gehört – von Anfang bis Ende, ohne Ablenkung? Superunknown ist genau für dieses Erlebnis gemacht. Soundgarden-Gitarrist Kim Thayil nannte es einmal treffend: „A perfect headphones album.“ Ein Album also, das sich erst dann vollständig entfaltet, wenn man sich ihm wirklich hingibt.


Mit Superunknown gelang Soundgarden der große Durchbruch: Platz 1 der US-Charts, Millionenverkäufe, mehrere Grammys. Und doch bleibt es ein eigenwilliges, fast widerspenstiges Album. Statt klassischem Grunge, geprägt von Bands wie Nirvana, Pixies oder Sonic Youth, öffnet Superunknown ein viel größeres Klangspektrum.


Produzent Michael Beinhorn ließ sich ebenso von elektronischer Musik inspirieren – von Aphex Twin bis hin zu hartem Gabber-Techno – wie von klassischen Songstrukturen. Gleichzeitig verwies er Chris Cornell auf Songs von Frank Sinatra, um dessen Gesangsstil weiter zu schärfen. Auch der Einfluss von The Beatles ist spürbar: in den fast Lennon-artigen Melodien von „Black Hole Sun“ oder den rhythmischen Anleihen von „My Wave“.


Das Ergebnis ist ein vielschichtiges, detailreiches Album, das sich mit jedem Hören weiter öffnet. Jeder in der Band bekommt Raum: Cornells enorme stimmliche Bandbreite, Thayils verschlungene Gitarren, Ben Shepherds fließende Basslinien und Matt Camerons komplexe Rhythmen.


Soundgarden: Rockmusik, ganz ohne Scheuklappen
Soundgarden: Rockmusik, ganz ohne Scheuklappen

Und vielleicht liegt genau darin die besondere Qualität von Superunknown: Es ist ein Album, das sich nicht sofort erschließt. Es fordert Aufmerksamkeit – und belohnt sie. Ein Werk, das über 70 Minuten hinweg zwischen Schwere und Schönheit, zwischen Melodie und Abgrund oszilliert.


Gerade diese Spannung macht es so zeitlos. Mehr als 30 Jahre später gilt es noch immer als eines der großen Rockalben seiner Zeit – roh, komplex und dabei erstaunlich zugänglich. Rockmusik, ganz ohne Scheuklappen.


Gleichzeitig liegt über dem Album eine schwer greifbare Stimmung – eine Mischung aus Melancholie, Sehnsucht und etwas Unaufgelöstem. Chris Cornell selbst sprach von einer „unbeschreiblichen Traurigkeit“, die sich durch das gesamte Werk zieht – etwas, das sich nicht ganz fassen lässt, aber immer mitschwingt.


Genau deshalb hören wir dieses Album gemeinsam – in Stille, auf Vinyl, von Anfang bis Ende.

Im Anschluss nehmen wir uns Zeit für einen offenen Austausch über das Gehörte – über Bilder, Erinnerungen und das, was vielleicht nachhallt.


In Sound We Sit – Deep Listening in The Soft Spot. 

Wann: Samstag, 25. April | 18 Uhr

Wo: The Soft Spot, Laurenzigasse 22, Bingen am Rhein

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung erforderlich.




 
 
 

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